Berufsprofil Songtexter

 

Expressive Lyrics statt Herz-Schmerz-Trallala

Wer Liedertexte schreibt, denkt in Rhythmen und Takten, in Klängen und Stimmungen, in Bildern und Episoden – oder kurz gesagt: denkt lyrisch. Nicht zufällig heißen Songtexte im Englischen schlicht „Lyrics“.

Wenn der Texter nicht zugleich auch komponiert, arbeitet er meist im Texter-Komponist-Team: Entweder vertont der Komponist einen zuvor entstandenen Songtext, oder aber – und das ist aus Textersicht noch anspruchsvoller – die Musik ist zuerst da.

Dann gilt es zunächst, die Songstruktur zu erfassen, von Strophen über Chorus bis Bridge und zurück. Ebenso spielt der Rhythmus für Verslänge, Versmaß und Betonungen eine entscheidende Rolle. Und schließlich gilt es, die Stimmung der Melodie zu erfassen: Welche Gefühle weckt sie, welche Geschichte könnte sie erzählen, welche Metaphern entsprechen ihrem Charakter?

Gute Songtexter haben musikalisches Gespür, Verständnis für Arrangements, sprachliche Ausdruckskraft – und vor allem: etwas zu sagen. Die meisten haben das Schreiben gelernt, indem sie sich mit guten Songtexten befasst haben.

Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland auch ein von der GEMA finanziertes „Förderseminar für Textschaffende in der Unterhaltungsmusik“. Wer Texte für Rock, Pop, Schlager, Volksmusik, Kabarett oder Chanson schreibt, kann sich an der „Celler Schule“ um ein Aus- oder Weiterbildungsstipendium bewerben.