Fehlerfundgrube Kalender
29. Dezember 2009
Haben Sie schon mal einen Kalender Korrektur gelesen? Ich warne Sie: Kalender sind hinterlistig, heimtückisch und gefährlich! Auch wenn es mit unschuldigen Katzenfotos daherkommt – so ein Kalendarium hat’s in sich. Im Grunde besteht es aus lauter potenziellen Fehlerquellen …
Beispiele gefällig? Aber gerne:
Wenn ein Monat mit einem Donnerstag endet, wäre es nett, wenn der Folgemonat mit einem Freitag begänne. Was durchaus nicht in jedem Layout der Fall ist. Wer den Anfang der Sommerzeit nennt, sollte auch ihr Ende nicht unerwähnt lassen. Beides natürlich im Idealfall am richtigen Tag. Ebenso ist es wenig sinnvoll, wenn zwar Sommer- und Herbstanfang genannt sind, nicht aber Winter- und Frühlingsanfang. Übrigens sind hier die Daten nicht in jedem Jahr gleich! Der Winter beginnt 2010 beispielsweise nicht am 21., sondern erst am 22. Dezember (um 00:38 MEZ, um genau zu sein).
Und noch mehr Termine wechseln: Fasching, Ostern, Pfingsten, Himmelfahrt, Fronleichnam … Im Gegensatz zu Feiertagen wie dem 1. Januar, dem 1. Mai oder dem 3. Oktober können hier nicht einfach die Daten des Vorjahres übernommen werden. Besonders ungünstig ist es, wenn die neuen Termine eingefügt, die vom Vorjahr aber nicht gelöscht werden. Alles schon vorgekommen – aber natürlich rechtzeitig korrigiert worden.
Diese Liste ließe sich unendlich verlängern. Doch Ziel soll es ja sein, die tatsächlichen Fehler auf Null zu reduzieren. Das funktioniert am besten, wenn man ganz systematisch Korrektur liest – und dabei natürlich eine zuverlässige Vorlage verwendet. Oder einen noch zuverlässigeren Korrektor beauftragt. Der überprüft nicht nur richtige Platzierung und Schreibweise von Wochen, Wochentagen, Monatsnamen, Feiertagen und die Anzahl der Tage pro Monat, sondern beispielsweise auch, ob Feiertage und Wochenenden grafisch durchgängig hervorgehoben sind. Auch die Zahlen überprüft er. Und natürlich die Rechtschreibung – denn „Weinachten“, „Frohnleichnam“ oder „Entedank“ wird man in seinem Kalender nun wirklich nicht lesen wollen.
Protext-Tipp der Woche von Heike Schmidt-Abidi
Haben Sie auch Protext-Tipps auf Lager? Wir freuen uns über Ihre Zusendung an redaktion@protextbewegung.de.



Oh doch, Entedank würde mir sehr gut gefallen! ;-)
“Entedank” ist übrigens nur noch zu toppen durch “Entedack” – ebenfalls ein echtes Beispiel. Sowas könnt ich mir NIE ausdenken :-)
Das beiläufig benannte Problem fehlender oder falsch benannter/bezifferter Tage tritt wohl häufiger auf, als es sein sollte.
So hörte ich jüngst von einem Kalender, der einen “39. Dezember” (anstelle des 29.) ausgewiesen haben soll.
Auch schön: http://www.fehlerleser.de/2009/05/druckfehler-im-kalender-oder-der-gestohlene-mittwoch/
Schöne Grüße. :-)