Zahltag! So schreiben Sie Zahlwörter richtig
24. November 2009
Wohl dem, der im Text eine Zahl nennen darf. Zahlwörter schaffen Klarheit, bieten Service, laden zum Vergleichen, Staunen und Mitdenken ein – und bereiten kaum Rechtschreibprobleme. Von null bis zwölf sollten Sie die Zahlen ausschreiben können, alles ab 13 versteckt sich in der Regel hinter platzsparenden Ziffern. Deutschlehrer erklären das so, dass Zahlen bis zur Zwölf eigenständige Begriffe sind, danach wird ja nur noch zusammengesetzt. Bis auf ein paar Ausnahmen: „das Dutzend“, „die Million“ oder „tausendundeine Nacht“ werden meist ausgeschrieben. Übrigens: Die alte Buchdruckerregel, nach der die Zahlen von 1 bis 12 ausgeschrieben und ab der 13 in platzsparenden Ziffern dargestellt werden sollten, gilt heute nicht mehr.
Zahlwörter kommen im Allgemeinen klein daher, egal, ob es sich um Altersangaben (mit drei Jahren), Uhrzeiten (um zwölf) oder Bruchzahlen (ein halbes Pfund) handelt. Aber wehe, die Zahl wird als Substantiv eingesetzt! Die Halbe (Maß Bier) wird nicht nur in Bayern groß geschrieben, auch die Fünf des Schülers und der Umstand, dass er vom Papa dafür eins auf die Zwölf bekommt. Für Ordnungszahlen gilt dasselbe: wenn Substantiv, dann groß. Zum Ersten, zum Zweiten … und wenn Sie noch so oft sagen, das sei ja das Letzte!
Toleranter geht es bei ein paar Zahlwörtern zu, die Mengen vage umschreiben. Wie viele Menschen waren noch mal auf dem Konzert? Waren es „dutzende/Dutzende“, „Hunderte/hunderte“ oder doch „Tausende/tausende“? Da nimmt der Duden es mit der Groß- und Kleinschreibung so locker wie manch ein Kulturberichterstatter bei seiner Schätzung. Wenn dann nur nicht der Chefredakteur meckert, wenn es heißt: „Achtung, Zahltag!“
Protext-Tipp der Woche von Petra Plaum
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Ziffern sind Hingucker – deshalb bieten sie sich vor allem an, wenn die Zahl für den Leser positiv ist:
Die Ware ist spätestens in 3 Tagen bei Ihnen!
Ist die Nachricht negativ, lässt sie sich in der ausgeschrieben Zahl verstecken:
Die Ware ist in vier Wochen bei Ihnen.
Oh, Asche auf mein Haupt. Ich bedanke mich für die Aktualisierung – die Redaktionen, für die ich arbeite, nutzen zwar die “alte Buchdruckerregel” noch, aber ich von jetzt ab doch lieber das Wissen aus dem allerneuesten Duden.
Ja, zwei meiner Kunden benutzen die »alte Buchdruckerregel« auch hartnäckig – obwohl das oft zu schrägen Ergebnissen führt (»Kinder von acht bis 14 Jahren zahlen die Hälfte«). Aber am meisten hat mich beim Nachschlagen verblüfft, dass die Regel mindestens seit 1915 nicht mehr gilt.