Barrierefrei texten fürs Web (4)
11. Juni 2009
Fremdwörter, Abkürzungen und Akronyme
Fremdsprachige Wörter, Akronyme und Abkürzungen sollte man vermeiden. Wo sie doch einmal unentbehrlich sind, ist eine korrekte semantische Auszeichnung wichtig, damit ihre Inhalte für alle zugänglich sind. So lautet die BITV 4: Sprachliche Besonderheiten wie Wechsel der Sprache oder Abkürzungen sind erkennbar zu machen.
- Abkürzungen und Akronyme
Abkürzungen sind zum Beispiel z. B. oder evtl. oder zzgl., aber auch CDU, DSL und PKW. Akronyme sind aus mehreren Anfangsbuchstaben gebildete sprechbare Kunstworte wie NATO, NASA oder AIDS.
Wann immer möglich, sollte man Abkürzungen ausschreiben. Dies gilt auch für Standardabkürzungen wie evtl., zzgl. oder z. B. Wenn man dennoch eine weniger geläufige Abkürzung verwendet, sollte sie mindestens einmal im Text ausgeschrieben, also „übersetzt“ werden. Auch hierzu gibt es die passende Verordnung, die BITV 4.2: Abkürzungen und Akronyme sind an der Stelle ihres ersten Auftretens im Inhalt zu erläutern und durch die hierfür vorgesehenen Elemente der verwendeten Markup-Sprache kenntlich zu machen.
Die korrekte Auszeichnung ist deshalb wichtig, weil der Text so für alle verständlicher wird, denn man kann nicht davon ausgehen, dass alle Leser die verwendeten Abkürzungen und Akronyme kennen. Außerdem ist nur so die richtige Aussprache für Benutzer von Screenreadern gewährleistet.
Es liegt am Texter, von Fall zu Fall zu entscheiden, wie man mit Abkürzungen und Akronymen umgeht. Manche sind derart im Sprachgebrauch verankert, dass es verwirrender wäre, sie auszuschreiben. Jeder kennt DSL, aber wer kann schon etwas mit Digital Subscriber Line anfangen? Die Abkürzung BITV jedoch wäre erklärungsbedürftig.
Im HTML-Code ist eine Auszeichnung jedoch immer notwendig. Andernfalls versucht die Screenreader-Software, die Abkürzungsbuchstaben als Wort auszusprechen. Bei einem Wort wie AIDS wäre das ok, aber bei einer Abkürzung wie evtl. hörte der User dann „efftl“.
- Fremdsprachige Begriffe
Wörter aus anderen Sprachen sollte man ebenfalls vermeiden und wann immer möglich einen deutschen Begriff wählen. Denn für die Sprachausgabe muss die Sprache im Code extra gekennzeichnet werden. Screenreader sprechen den Text nach den Regeln der Sprache aus, die für das Dokument als Standardsprache definiert ist. Aus „Saitmäp“ wird dann „SITEMAP“, aus „Hoompejdsch“ wird „HOMEPAGE“. Für die korrekte Wiedergabe ist es wichtig, dass Sprachwechsel innerhalb eines Dokumentes definiert werden. Idealerweise verwendet man also möglichst deutsche Wörter.
Lesen Sie morgen ein sehr kurzes Fazit und finden Sie einige weiterführende Links.
© Biggi Mestmäcker – Kommunikation + Marketing
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