Barrierefrei texten fürs Web (3)

10. Juni 2009

Lesbarkeit durch äußere Form unterstützen

Textwüsten will niemand lesen. Sie machen das Lesen im Netz unerträglich. Das Auge braucht Sprungmarken – Punkte, an denen es sich festhalten und orientieren kann:

  • Absätze

Wichtig ist die richtige Zeilenlänge. Bei zu langen Zeilen „verirrt“ sich das Auge, der Textfluss wird gestört. Man sollte zu jeder Zeit problemlos an den Anfang einer Zeile zurückfinden. Zu kurze Zeilen sind genauso störend. Zu viele Zeilenumbrüche lenken vom Inhalt ab.

  • Zwischenüberschriften

Überschriften sind optische Sprungmarken im Textfluss. Sie sollten kurz und prägnant sein sowie aussagekräftige Stichwörter enthalten, die den Inhalt skizzieren.

  • Bilder

Bilder und Grafiken lockern einen Text auf. Wichtig: Allen Bildern alternative Texte zuordnen (Alt-Tags = das, was erscheint, wenn man mit der Maus über ein Bild fährt). Auch dieser Punkt ist in der BITV 1 vorgeschrieben:  Für jeden Audio- oder visuellen Inhalt sind geeignete äquivalente Inhalte bereitzustellen.

  • Unterstreichungen

Auf Unterstreichungen sollte man möglichst verzichten, denn sie signalisieren auf Websites immer Links und führen deshalb zu Verwirrungen.

KISS – Keep It Short and Simple – ist eine altbekannte Formel. Sie gilt auch beim Texten fürs Web. Es gilt: weniger Text als auf Papier! Je kürzer, desto besser. Im barrierefreien Kontext ist das besonders wichtig, denn viele Menschen sind darauf angewiesen, Texte zu skalieren (vergrößern), was natürlich bei einem sehr langen Text wesentlich unkomfortabler ist.

Lesen Sie morgen: Fremdwörter, Abkürzungen und Akronyme.

© Biggi Mestmäcker – Kommunikation + Marketing

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