Im Gespräch mit … Friedrich Ani
20. Mai 2009
Friedrich Ani wurde 1959 in Kochel am See geboren. Von 1981 bis 1989 arbeitete er als Reporter und Hörfunkautor. Ani erhielt zahlreiche Auszeichnungen: den Literaturförderpreis der Stadt München, den „Radio-Bremen-Krimi-Preis“, den Deutschen Krimipreis und den Tukan-Preis. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und teilweise auch verfilmt. Neben seinen Kriminalromanen, Jugendbüchern und einem Kinderbuch verfasste er zahlreiche Drehbücher für Serien wie „Tatort“, „Stahlnetz“, „Ein Fall für zwei“, „Rosa Roth“ sowie mehrere Fernsehspiele. Er lebt in München.
Was bedeutet „Sprache“ für Sie?
Sprache ist und war immer für mich eine andere Form von Atem. Sprache ist die Gegenwart der Welt, Sprache ist ein Spiegel, der alles entblößt, was wir sind. Sprache ist ein Lügendetektor. Sprache ist die einzige Verbindung zu uns selbst. Auch wenn wir schweigen, brauchen wir die Sprache, denn nur sie erlaubt uns zu verstummen und die Rückseite der Worte und Wörter zu betrachten. Sprache ist die Liebe des Menschen zu sich selbst, sein Gewissen, seine Waffe, sein wahrer Besitz.
Nennen Sie einen Spruch/Satz einer anderen Person, der Sie beeindruckt hat.
Es sind zu viele Sätze, die mich beeindruckt haben, um einen einzigen hervorzuheben. Den berühmten, scheinbar so toll klingenden Satz „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen und ein großer Schritt für die Menschheit“ bei der ersten Mondlandung fand ich immer merkwürdig und eigentlich falsch. Ich dachte, obwohl ich erst zehn war: Das ist doch eín großer Schritt für einen Menschen und nur ein kleiner für die Menschheit. Vielleicht ein großer Schritt für die NASA, aber die Leute da sind nicht die Menschheit, beileibe nicht, nur ein winziger Ausschnitt.
Welchen eigenen Spruch/Satz möchten Sie unseren Lesern mitgeben?
Ich bin doch kein Botschafter oder Paul Coelho.
Auf welchen Spruch/Satz der Geschichte hätte man sehr gut verzichten können?
„Heil Hitler“.
Vervollständigen Sie bitte diesen Satz: „Für mich ist der professionelle Umgang mit Sprache ganz wichtig, weil …“
(c) Foto: Peter von Felbert… die Dummheit uns sonst vollkommen beherrschen würde.


