Was ist eigentlich eine Nachricht? Journalistinnen-Tipps, Teil 1

1. März 2010

„When a dog bites a man, that is not news. When a man bites a dog, that is news”. Diese beiden Sätzen lernen angehende Journalistinnen und Journalisten gleich zu Beginn ihrer Ausbildung – und mit ihnen beginnt auch eine kleine Serie von Protext-Tipps aus dem Journalistinnen-Nähkästchen. Lassen Sie sich von der guten, alten Tageszeitung und ihren Machern inspirieren! Und strafen Sie ab sofort Oscar Wildes berühmten Spruch Lügen: „Der Unterschied zwischen Literatur und Journalismus besteht darin, dass der Journalismus unlesbar ist und Literatur nicht gelesen wird.“

Zurück zur „Man bites Dog“-Formel: Ein erfolgreicher Journalist hat sie geprägt. Er beschrieb damit vor mehr als hundert Jahren bildhaft, wonach Redakteure suchen – immer nach dem Besonderen. Nur das, was den Leser oder die Leserin packt, schockiert, aufrüttelt oder zum Lachen bringt, bekommt einen Platz in den Medien – so einfach ist das.

Die Nachricht hinter der Nachricht heißt in diesem Falle: Bis heute ist nicht bekannt, von wem die „Man bites Dog“-Formel stammt. John B. Bogart von der „New York Sun“ soll 1880 die beiden Sätze geäußert haben, aber auch „Sun“-Herausgeber Charles Anderson Dana steht unter Verdacht, ihr Urheber zu sein. Als wäre dies nicht genug, ordnen Experten dieses Zitat zudem Alfred Harmsworth zu, der Anfang des 20. Jahrhunderts in England als Zeitungsmagnat Karriere machte. Wer war es also wirklich? Wer das herausfindet, hat sozusagen den Hund gebissen und kann sich des Nachrichtenwerts dieser Information sicher sein. Alle anderen müssen sich auf die Suche nach neuen Schlagzeilen machen.

Protext-Tipp der Woche von Petra Plaum

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